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(Haltung, Pflege und Erziehung)
Vorab möchte ich anmerken, das die folgenden Ausführungen unsere persönlichen Erfahrungen wiederspiegeln und keinesfalls als "Allgemeingültig" anzusehen sind.
Haltung :
Unsere Hunde leben mit uns gemeinsam und werden räumlich nicht begrenzt. Wir gehen mit unseren Hunden 4mal am Tag raus, Davon sind 2 große Spaziergänge von jeweils ca. einer Stunde (vormittags und am Abend). Bei diesen haben sie Gelegenheit um miteinander zu spielen und das eben nicht nur im eigenen Garten! Ich gebe zu, mehrere Hunde zu haben ist von Vorteil, da sie sich so viel miteinander beschäftigen und sich auch gegenseitig erziehen.
Von Zwingerhaltung halten wir absolut nichts denn was kann schlimmer sein als einem Kuvasz sein Rudel zu nehmen!? Unsere Hunde sind Familienmitglieder und so leben sie mit uns auch zusammen !!!
Abends sind sie hundemüde und lassen sich von mir oder meinem Mann gerne durchkraulen.
Achja, noch ein Wort zur Fütterung. Unsere Hunde werden gebarft (Biologisches Artgerechtes Rohes Futter). Meine Futterkosten belaufen sich auf etwa 50,-€ pro Hund und Monat.
Pflege :
Ich bürste meine Hunde 2mal die Woche und kontrolliere dabei auch gleich die Ohren und die Zähne. Bei der Fellpflege halte ich auch gleich Ausschau nach Parasiten, wie Flöhe oder Zecken. Die Ohren reinige ich 1mal pro Woche, falls nötig auch öfter, was aber sehr selten vorkommt. Vom Baden der Hunde rate ich ab, es sei denn, es geht nicht mehr anders. Es kommt schon mal vor, das sie sich in Aas oder etwas anderem wälzen und sie dann schon mehr schwarz oder grün sind, anstatt weiss. Meine beiden grossen können das besonders gut und so landen sie mindestens einmal im Jahr in der Badewanne.
Das war es auch schon, ich finde die Pflege eines Kuvasz schon sehr einfach und leicht.
Erziehung :
Die Erziehung des Kuvasz ist ein schwieriges Thema und es gibt leider auch kein Grundrezept.
Wer von seinem Hund absolutes Gehorsam erwartet, sollte von der Rasse Kuvasz Abstand halten. Dieser Hund verfügt nicht über eine 100%ige Unterordnungsbereitschaft, wie manch andere Rasse.
Ein Kuvasz ist ein sehr selbstständiger Hund, dessen Eigenschaften man kennen und respektieren muß, um positiv auf sein Verhalten einwirken zu können. Diese Eigenschaften sollte man sich bei der Erziehung zu Nutze machen, wie zum Beispiel die unermeßliche Neugier. Einige Kuvasz sind auch sehr verfressen und dadurch gut mit Leckelis zu motivieren.
Unerläßlich bei der Erziehung sind Liebe, Geduld, Ausdauer und Konsequenz. Sobald der Hund merkt, das er seinen Besitzern auf der Nase rum tanzen kann, wird er dies auch tun und versuchen die Herrschaft zu übernehmen. Damit möchte ich nicht ausdrücken, das man den Kuvasz "klein" halten sollte, geschweige denn Härte und Gewalt anwenden muß. Ganz im Gegenteil, auf Härte reagiert der Kuvasz nur stur und wird sich früher oder später zur Wehr setzen.
Man sollte dem Hund das Gefühl geben, das alles , was er tut, aus freien Stücken und uns zu liebe macht. Das zu erreichen ist nicht immer einfach und man braucht viele Ideen, um sein Ziel vom erzogenem Kuvasz näher zu kommen.
Dazu muß man sich selbst erst mal Ziele stecken.Was erwarte ich von meinem Hund ? Was ist machbar und wie kann ich es umsetzen?
Wenn man sich darüber im Klaren ist, kann man Strategien entwickeln und los legen.
Meiner Meinung nach, beginnt die Erziehung schon beim Züchter. Dieser legt den Grundstein für seine Weiterentwicklung. Das beinhaltet die Sozialisierung unter den Welpen und Maßregelungen anderer vierbeiniger Rudelmitglieder, wie der Mutterhündin. Weiterhin sollte der Züchter darauf achten, den Welpen nicht alles durch gehen zu lassen. Welpen wollen ihre Grenzen austesten, nur so können sie lernen. Das fängt an beim Zwicken in die Hosenbeine und hört beim Beißen in die Hände auf, wenn man sie gegen ihren Willen fest hält. Solch ein Verhalten sollte strikt unterbunden werden und zwar durch Schnauzengriff, wie ihn auch die Welpenmutter anwenden würde, oder durch schlichtes Zurückbeißen. Das hört sich komisch an, ist aber sehr wirkungsvoll. So merkt der Kuvaszwelpe, das Beißen weh tut und wird es unterlassen, da er selbst auch nicht mehr gebissen werden will. Auf keinen Fall darf man ihn im Nacken packen und schütteln, in der Natur wird das nur gemacht um Beute zu töten (totschütteln) !!! Leider hält sich dieses Ammenmärchen bis zum heutigen Tage genauso wie es viele Welpenbesitzer gibt die meinen, das ihr Welpe so etwas wie "Welpenschutz" hat. Wieder falsch, "Welpenschutz" gibt es nur im eigenen Rudel, nicht unter fremden Hunden!!!
Wichtig ist auch die Prägung auf die Umwelt durch den Züchter. Der Welpe sollte, so früh wie möglich, fremde Menschen jeden Alters und Geschlechts, Autos, Fahrradfahrer, Kinderwagen, andere Tierarten und was die Welt sonst noch so zu bieten hat kennenlernen können. So erhält der Neubesitzer einen aufgeschlossenen Welpen, der ihm die Erziehung leichter machen wird, als ein Welpe, der durch mangelnde Erfahrungen ersteinmal scheu und ängstlich reagiert.
Nun liegt es am Neubesitzer, das Potential seines Welpen zu fördern und zu nutzen.
Wichtig ist anzumerken, das dem Welpen nichts erlaubt wird, was er als erwachsener Hund nicht tun darf. Beispielsweise im Bett schlafen. Nach dem Motto: Er ist doch noch so klein und hilflos.Auch als erwachsener Kuvasz wird er sich dann das Recht rausnehmen im Bett zu schlafen und das könnte eng werden. Der Hund würde nicht verstehen, warum er nun nicht mehr im Bett schlafen darf. Außerdem könnte ein dominanter Hund es als Einladung auffassen, das Rudel zu übernehmen, wenn er es sich auf den gleichen Stellen bequem machen darf, wie sein Rudelchef.
Unsere Weißen sind bestimmt nicht perfekt erzogen, aber für unseren Hausgebrauch reicht es. Sie kennen alle wichtigen Kommandos, wie Hier, Sitz, Platz, Bleib, Aus und Nein.Sie führen unsere Anliegen nicht immer aus und man muß bereit sein, immer wieder mit ihnen zu arbeiten, aber gerade das macht den Kuvasz aus.
Bei eventuellen Fragen bin ich gern bereit zu helfen, sofern ich kann. Eine Mail oder Anruf genügt und ich werde mein Bestes geben. Ansonsten kann man sich auch an Hundeschulen oder Hundeausbildungsplätze wenden.
Hier ist allerdings Vorsicht geboten, da viele Hundeausbilder meinen, ein Kuvasz ist auch nur ein Hund. Das ist er nicht und um ihm 100%iges Gehorsam abzuverlangen, müßte man seinen Willen brechen und so ein Kuvasz wäre nur noch bedauernswert.
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